Flüchtlingsprojekt MOIN
Motivieren - Orientieren - Intergrieren

In der ehemaligen Schule am Eichtalpark findet in Kooperation mit der Stiftung Berufliche Bildung / SBB-Kompetenz gGmbH ein Begleitangebot für anerkannte Geflüchtete statt, die bereits einen Integrationskurs besuchen, um sie während des Integrationskurses in kleinen Gruppen eng zu begleiten (B-MOIN) und die Zeit des Integrationskurses optimal zu nutzen.

Ein erfahrenes Team von Integrationscoaches, ausgebildeten Fachkräften und DolmetscherInnen vermittelt die Inhalte der einzelnen Module eines Begleitkurses. Die Themen sind Alltagsbewältigung (Behördengänge, Wohnungssuche, Gesundheitssystem u.ä.) der Arbeitsmarkt (Pflege und Gesundheit, Hafen, Medien etc.) bis hin zur Berufsorientierung (Wege in Arbeit). Die Geflüchteten der Begleitkurse stammen vorwiegend aus den Ländern Eritrea, Syrien, Iran und Irak.

Die Kurszeiten sind an die individuellen Gegebenheiten der Teilnehmer angepasst, insbesondere auf die Zeiten der Integrationskurse,  und finden nach Bedarf vormittags und nachmittags statt. Neben der intensiven sprachlichen Förderung - Erkundung der Stadt, Orientierung bei Ansprüchen auf soziale Leistungen oder weiterführende Beratungseinrichtungen, Bewerbungstrainings und Praktika - findet auch ein individuelles Coaching der Teilnehmerinnen & Teilnehmer statt.

 

Das Team in der Walddörferstraße leistet aber viel mehr, als die Kurse durchzuführen:

  • Alle Geflüchteten, die Unterstützung suchen, werden - unabhängig von ihrem Status und von der Teilnahme an einem Kurs – von einer promovierten Juristin rechtlich beraten und von DolmetscherInnen zu Behördengängen begleitet sowie regelmäßig ärztlich betreut.

  • Geflüchtete ohne Anspruch auf einen Integrations-Kurs - d.h. wer noch nicht anerkannt ist oder keine gute Bleibeperspektive hat etc. - bekommen, soweit die Kapazitäten der Gesellschaft sowie der Ehrenamtlichen es zulassen, täglich jeweils zwei Stunden Unterricht und ein warmes Mittagessen.

  • Es werden Anschlussperspektiven für die und mit den Geflüchteten erarbeitet. Die Orientierung liegt vor allem auf Mangelberufe wie Gebäudereinigung, Pflege, Bäcker, Gastronomie, Garten- und Landschaftsbau u.a. Zudem werden passende Ausbildungs-Vorbereitungsmaßnahmen entwickelt.

  • Ein kleines internationales Café tschai vor Ort mit freiem Internetzugang dient als Treffpunkt auch für die Nachbarschaft und bietet ab 11 Uhr Heiß- und Kaltgetränke aus eigener Produktion, die von Fachkräften und Geflüchteten gemeinsam zubereitet und ausgegeben werden. Ein zur Verfügung stehendes Klavier hier wird besonders gern genutzt.

  • Das Café tschai steht auch für Familienfeiern zur Verfügung und wird für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern angefragt.

  • In der Aula und der Sporthalle der ehemaligen Schule stehen vielfältige Aktivitäten für Sport und Tanz zur Auswahl. Kooperationen mit unterschiedlichen Sportvereinen führen zur Integration der Geflüchteten in die entsprechenden Sparten.

  • Eine Gruppe führt – beginnend mit einem Thanksgiving-Dinner im Dezember - Veranstaltungen und Feste durch, auch die Nachbarn und andere Gäste sind einladen.

  • Eine Kinderkleiderkammer für Geflüchtete entsteht in Eigenregie einer kleinen Arbeitsgruppe und eröffnet im Januar 2017. Hier können auch schwangere Frauen Umstandsmode aussuchen und Kinderspielzeug aussuchen.

  • Das junge Orchester Hamburg (http://www.junges-orchester-hamburg.de/) gastiert in unseren Räumen, es nutz die Aula zum Teil auch für seine Konzerte  und freut sich über engagierte weitere Musiker.

  • Ein auch von NachbarInnen gut besuchtes Sommerfest wurde am Ende der Hamburger Sommerferien bereits gemeinsam mit der ehrenamtlichen Helfergruppe und den MitarbeiterInnen der Folgeeinrichtung  organisiert siehe Wochenblattbericht: http://www.hamburgewochenblatt.de/wandsbek/lokales/fluechtlinge-feiern-mit-nachbarn-sommerfest-d34115.html).

Gemeinsam mit den Flüchtlingen und aus den Diskussionen, wie eine neue Perspektive in Deutschland aussehen könnte, entstand ein neuer konzeptioneller Ansatz: die Genossenschaft Internationales Quartier Hamburg-IQHH. Der Idee liegt der Gedanke zugrunde, dass Wohnen ein menschliches Grundbedürfnis ist und der soziale Anschluss in die Aufnahmegesellschaft für die Geflüchteten am besten über dezentrales Wohnen gemeinsam mit Einheimischen hergestellt wird. Die Genossenschaft will daher einen Übergang erreichen in eigenen und selbst geplanten und gebauten Wohnraum. Die Planungen sollen Wohnen, Arbeiten und Lernen in der Gemeinschaft verbinden. Entscheidend ist hierbei, dass die Geflüchteten so nicht nur als Hilfsbedürftige wahrgenommen werden, sondern sich als aktive Gestalter ihrer Lebensumstände mit großen Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten einbringen. Vor diesem Hintergrund ist eine Genossenschaft in Gründung zur Gestaltung eines neuen Lebensmittelpunktes.